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„Welt-Theater“ Frankenberg/Sa.

© 2016 by IG Welt-Theater Frankenberg/Sa.

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Es gab Zeiten, da war die Ankündigung bestimmter Filme im Schaukasten der Lichtspielhäuser von solch magnetischer, ja geradezu hypnotischer Wirkung, dass sich ohne weiteres Zutun Schlangen vor dem Eingang bildeten und die Augen der Zuschauer bereits nach dem – gottlob – erfolgreichen Passieren der Theaterkasse zu glänzen begannen.

665 Plätze in engen Bankreihen fasste einst das Frankenberger „Welt-Theater“ – und nicht selten waren alle besetzt.

Es gab Perioden, da wurde der Kinobesuch als eine quasi politische Handlung angesehen. Die schonungslose Reflektion der Wirklichkeit in den sowjetischen Streifen der Perestroikazeit, die ironische Auseinandersetzung mit den realsozialistischen Zuständen in „Spur der Steine“ beispielsweise, die gesellschaftskritische Symbolik von Andrej Tarkowskij in „Stalker“ etwa oder die ungewohnte Zurschaustellung von Freizügigkeit in „Lady Chatterleys Liebhaber“ sprengten den Rahmen des bloßen Unterhaltungsarrangements, trieb die Massen vor die Leinwand und bot die Folie für einen sozialen Diskurs.

Das Kino als „Wallfahrtsstätte“ der sich eingesperrt fühlenden, mittels Leinwanderlebnis temporär „republikflüchtigen“ Bürger, Filme mit Tiefgang oder auch Befreiungsgelächter als geistiges Asyl – was für eine Dimension!


Über die Jahre hinweg trug die Institution „Kino“ eine nicht zu unterschätzende gemeinnützige Funktion, war Versammlungsort und Begegnungsstätte, Bankreihe oder Polstersitzensemble gemeinschaftlich gelebter Illusionen; Freizeitelixier. Mitunter erreichte die kollektive Vergeistigung einen Grad, wie er an nahezu religiös anmutende Veranstaltungen denken lässt.


Von diesen Zeiten sind wir heute weit entfernt. Während die „Multiplexe“ via Mehrfachneigungsbespielung noch einigermaßen „schwarze Zahlen schreiben“, ist das Kleinstadtkino zu einer Randerscheinung verkommen, allerorten nach Sauer-stoff japsend, wirtschaftlich am Abgrund der Existenz.

Spiel mir das Lied vom Tod“ …





Die „Interessengemeinschaft Welt-Theater Frankenberg“ hat diese Mechanismen schnell zu spüren bekommen. Mussten wir bei Gelegenheit der Wiedereröffnung im September 2009 noch eine Zusatzvorstellung einschieben, um sämtliche Interessierten in den Genuss des Filmischen zu bringen, genügen die hinteren Reihen des 150 Plätze fassenden Saales für die Normalvorstellung heute vollauf.


Film allein ist zu wenig geworden, damit lockt man im Zeitalter des Heimkinos und der häuslichen Großbildschirme nur noch wenige „hinter dem Ofen“ hervor. Da muss schon mehr geboten werden, ein Rahmenprogramm – oder um es mit zeitgenössischer sprachlicher Mode zu umschreiben: ein EVENT. Man schämt sich fast zu verkünden: Liebe Gäste, heute gibt es nur … einen Film.


Das haben wir uns SO nicht träumen lassen, damals zur Eröffnung, 2009. Aber wir leben damit. Und mit Hilfe dieser vorzüglich großen Bühne – ein Geschenk des Jahres 1937 an uns Gegenwärtige, für das wir gar nicht dankbar genug sein können – gibt es neben der flächigen filmischen Projektion die dritte Ebene, die räumliche Dimension. Unsere Dielenhölzer sind für die kleinen und größeren Darsteller von Steffen Bielke, Frau Matrohs und Susann Rau die „Bretter, die die Welt bedeuten“; und für die vereinseigenen Breakdancer das „Auffangkissen“, auf welchem noch der gewagteste Salto zum schwerkraftsicheren Ende kommt.


Das Filmtheater heute – ein Sprung aus der analogprojizierenden Vergangenheit, aus Schwarzweißfilmära, Stummfilmpantomime, Filmrollenanimation … über die Gegenwart mit ihrer technischen Versiertheit, computeranimierten Inspiration, vom Geist des Digitalen beeinflussten Grenzenaustastung … hin in eine Zukunft, welche neue und bestimmt andere, heute vermutlich unvorstellbare Fragen an den Bestand der alten Lichtspielhäuser stellen wird. Der Film vom Dasein der ländlichen Kinos ist noch nicht zu Ende komponiert , hat aber in Frankenberg eine neue Lebensader ausgeschlagen und seit 2009 schon wieder kräftig „Jahresringe“ angesetzt.


Tragen Sie mit Ihrem Kommen auch weiterhin zu diesem guten Gelingen bei!

Vielen Dank!

 

Drehbuch oder die Wiedergeburt des Welt-Theaters

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damit das Welt-Theater weiterleben kann. Vielen Dank