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Zeitgeschichte nach Jahren:

„Welt-Theater“ Frankenberg/Sa.

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2012

Geschichten, Kurioses und Fakten rund ums Welt-Theater Frankenberg

aus den Erinnerungen von

Monika Koppehel, Kurt Siegfried Hanitzsch, Matthias Hanitzsch und Wolfgang Bohlen

 

Verfasst von Matthias Hanitzsch

 

- Beleuchtet man die Kinogeschichte unserer Stadt genau, so dienten im geschichtlichen Ablauf eigentlich mindestens neun Einrichtungen der Filmpräsentation:

 

1. Das "Welt-Theater" / Freiberger Str.55 / 1908 - ca.1936

2. Das "Apollo-Kinematographentheater" / Altenhainer Str.43 / vor1913 - ca.1926

3. Ein kleines "Kino Theater" / Freiberger Str.5 / um 1918

4. Die "Stadtpark-Lichtspiele" / Hammertal 3 / 20er - 30er Jahre

5.Die "Apollo-Lichtspiele" / Am Kirchplatz / ca.1930 - Anfang der 50er Jahre

6. Das neue "Welt-Theater" / Im ehem.Gaswerk, Freiberger Str.20 / seit 1937

7. Das "Armee-Kino" / In der Kaserne, Äußere Freiberger Str.

Zur Zeit der NVA war dort Georg Bogatzki der zuständige Filmvorführer

8. Das Interimskino im Festsaal des ehem. Lehrerseminars / Max Kästner Str. /

ca.1946 - Mitte der 80er Jahre

9. Das Freilicht-Kino auf dem Areal des Zschopau-Flußbades Gunnersdorf

Der Gebäudestil ließ eine Erbauung in den 90er Jahren vermuten. Durch die Überschwemmungen der Zschopau kämpfte man ständig mit seiner Erhaltung. Die Bespielung wurde auch vom Personal des "Welt-Theaters" durchgeführt. In den 80er Jahren gab man den Spielbetrieb und das Gebäude auf.

(M.Hanitzsch)

-Als nach dem II.Weltkrieg die Firma "Elektro Bohlen" das älteste Frankenberger Kinogebäude, Freiberger Straße 55, übernahm, war ein Teil der ursprünglichen Ausstattung noch immer vorhanden - unter anderem die Orginal-Kinoleinwand. Herr Bohlen nahm sie ab und bewahrte sie vor der

Zerstörung. So hat dieses historische Stück die Zeiten überstanden und ist bis zum heutigen Tage erhalten geblieben.

(W.Bohlen)

- Von 1937 bis 1945 hing in der Empfangshalle des "Welt-Theaters" ein großes Bild Adolf Hitlers.

Nach Kriegsende wurde es einfach ausgetauscht. An fast gleicher Stelle befand sich nun ein

Bildnis von Josef Stalin.Anlässlich seines 70sten Geburtstages war auch in Frankenberg der

sog. "Stalin-Kult" unübersehbar: Zur Jahreswende 1949/50 zelebrierte man den Feiertag mit der Aufführung von Monumentalfilmen,wie "Der 3.Schlag" oder "Die Stalingrader Schlacht"

(M.Hanitzsch)

- Da bis Ende der 40er Jahre im Kinobetrieb ausschließlich Nitrofilm, ein extrem feuergefährliches Filmmaterial, verwendet wurde, ließ "Kino-Herrmann" am Projektorraum auf der östlichen Strinseite

des "Welt-Theaters" eine Feuer-Nottreppe installieren. Leider dauerte es nicht lange, und

Filmvorführer Hanitzsch durfte den Zweck dieser Treppe leidvoll erfahren. Mitten im abendlichen Kinoprogramm fing einer der beiden Ernemann-Projektoren Feuer und die gesamte Filmrolle

explodierte. Koll. Hanitzsch suchte im letzten Moment über die Nottreppe das Weite, stürzte diese regelrecht hinunter und brach sich den Fuß - Glück, Unglück, Arbeitsausfall und technische

Zwangspause im Kino...

(K.S.Hanitzsch)

- Filmvorführer Hanitzsch war aufgrund der katastrophalen Lebensmittelknappheit der Nachkriegszeit desöfteren zum sog. "Hamstern"unterwegs. Eines Tages erschien er dadurch zu spät zur

Filmvorführung. Schon vor dem Kino musste er in Gegenwart einer langen Schlage wartender

Besucher die Empörung des Kino-Chefs

Erich Herrmann über sich ergehen lassen. Wütend konterte er: "Herr Herrmann, ich will Ihnen

ma was saachen: Ich hab nich jedn Daach ä halbes Schwein zu fressn, wie Sie!"

Und schon war das Ortsgespräch für Tage gesichert...

(K.S.Hanitzsch)

- Es war bekannt, das die Platzanweiserinnen des "Welt-Theaters" meist ein recht strenges Regime führten. Gerade deshalb waren sie auch ein beliebter Angriffspunkt für Streiche des jüngeren

Publikums. So brachten Frechlinge mitunter Metallkugeln mit in die Vorstellung, die sie dann

während der Dunkelheit von ihren Plätzen aus starteten. Durch den abschüssigen Fußboden

rollten sie mit lautem Gepolter durch den dunklen Saal und keiner konnte die Witzbolde ertappen.

(W.Bohlen)

- Da "Kino-Herrmann" bis in die 50er Jahre hinein neben dem neuen "Welt-Theater" auch die

"Apollo-Lichtspiele" weiter betrieb, war aufgrund der strengen Film-Zensur oftmals nur eine

Filmkopie für beide Spielstätten aufzutreiben. Deshalb kam es vor, dass die Filmvorführer selbst filmreife Leistungen vollbrachten. So wurde derselbe Zelluloidstreifen ca. eine halbe Stunde

zeitversetzt erst auf der Freiberger Straße und dann am Kirchplatz gespielt. Nun schnellstens auf's Fahrrad und zurück, um vor Ablauf der nächsten Rolle wieder im Projektorenraum des "Welt-Theaters" zu sein, neue Rolle anspielen, abgelaufene Rolle untern Arm, und erneut los mit dem Fahrrad... Das Publikum wurde sicher nur dann

auf dieses Kuriosum aufmerksam, wenn der Film riss und man einige Zeit im Dunkeln saß - und für Liebespärchen war es wohl ein besonders schöner Kinobesuch...

(K.S.Hanitzsch)

-Koll. Hanitzsch und Koll. Koppehel führten den im Krankenhausmilieu spielenden Film "Männer in weiss" vor. Währned der Dunkelheit sprühten sie heimlich Äther in den Saal. Nach Filmende standen beide am Ausgang und eine Besucherinkam auf sie zu und sagte: "Also dieser Film war so

realistisch - ich riech' das förmlich..."

(M.Koppehel)

- Dr.Wolf war in der Einwohnerschaft Frankenbergs ein bekannter Frauenarzt. Er war auch bekannt für seinen derben Humor - und er war auch ein begeisterter Kinogänger. Unmittelbar nach einer Filmvorstellung stand er auf, drehte sich im Saal um und rief: "Günter, dein Film war Scheiße, aber deine Musik davor, die war Spitze."

(M.Koppehel)

- Früher mussten abgelaufene Filme noch am gleichen Abend per Bahnversand zum nächsten Kino geschickt werden. So kam es nicht selten vor, das sich Familie Koppehel noch spät in der Nacht mit einem Handwagen zum Frankenberger Bahnhof aufmachte um das Filmmaterial auf den Weg zu bringen.

(M.Koppehel)

- Vermutlich im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen Mitte der 70er Jahre erhielt die Hauptfront des Kinogebäudes einen recht aufwendigen und kostenintensiven Neonreklame-Schriftzug. "Welt-Theater" Die Installation war leider schon Mitte der 80er Jahre recht altersschwach. Bindestrich und die e-Buchstaben hatten keine Lust mehr zum Leuchten. Laut Koll. Kumfert hätte eine Reparatur enorme Kosten verursacht, so das der kuriose Schönheitsfehler erst 1985 behoben wurde. Trotzdem hatte der Schriftzug kein langes Leben. Bereits in den 90er Jahren montierte man ihn ab.Seitdem ist er, wie so viele erhaltenswerte Gegenstände des Kinos, spurlos verschwunden. Einzig der letze "Leuchtkasten" mit der Aufschrift "Kino-Center" existiert noch und kann im BlueCafe hinter der Bar gesichtet werden.

(M.Hanitzsch)

Rückblende zur Geschichte des Kinos